Das Wort "Blutegeltherapie" weckt in vielen von uns automatisch eine Abwehrhaltung. Gefühle wie Ekel und Abscheu stehen hier im Vordergrund. Seit Jahrtausenden ist jedoch die heilende Wirkung des Blutegels bekannt, erste Aufzeichnungen über seinen Einsatz stammen aus etwa 1500 v.Chr. . Gerade in der Tierheilkunde ist er aus den alternativen Therapiemethoden nicht mehr wegzudenken. Der medizinische Blutegel, Hirudo medicinalis, gehört in seiner zoologischen Einteilung zum Stamm der Ringelwürmer. Mit seinen Saugnäpfen heftet er sich an sein Opfer und beginnt dann, sich mit seinen mercedessternartig angeordneten Zahnreihen in die Haut zu sägen. Jede Kieferreihe hat etwa 80 ! kleine Zähnchen. Zwischen den Kiefer
reihen befinden sich kleine Ausleitungskanäle, aus denen seine einzigartige
Wirkstoffmischung, die Saliva,
austritt. Der bekannteste Wirkstoff der Saliva
ist das
Hirudin,
dessen
blut-
gerinnungshemmende Eigenschaft unter anderem
dafür
sorgt,
dass der
Egel
ungehindert und schnell seine Blutmahlzeit beginnen
kann. In
der
Saliva sind
außerdem entzündungshemmende Enzyme, Histamine,
andere blutgerinnungshemmende Enzyme, lymphstrombeschleuni-
gende,
schmerzstillende und
anti
biotika ähnliche Stoffe enthalten.
Ein Wunderwerk
der
Natur
mit medizinischen
Eigenschaften, so
könnte man den Blutegel
vielleicht
am
besten bezeichnen.
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